
Der Tabellenletzte präsentierte sich wie erwartet stärker als sein Tabellenstand vermuten ließ. Die Probleme ließen nicht lange auf sich warten. Schon kurz nach der Eröffnungsphase war erkennbar, dass sowohl Andre Böhme (als Nachziehender gegen Boris Milstein) als auch Peter Kovermann (gegen Hugh Ditmas, ebenfalls mit den schwarzen Steinen) Problemstellungen auf dem Brett hatten. Kompensation war in dieser Phase an Brett 1, 3 und 7 erkennbar:
Am Spitzenbrett zwang Jörg Stock dank eines gut herausgespielten Entwicklungsvorsprungs seinen Gegner zu einer Abwicklung, die in ein Turmendspiel mit Mehrbauer für Jörg mündete; Stefan Röhrich spielte geradezu klassisch à la Karpov und nutzte die Faktoren Raum und Zeit für einen erdrückenden Entwicklungsvorsprung, während Franz Ernst mit dem Showalter-Richter-Angriff schachhistorisches Gebiet betrat und zu einer scharfen Attacke ansetzte, die vom Bremer Axel Buhrdorf mit einer auf den ersten Blick skurrilen Neuerung ausgekontert wurde später sollte sich auf den zweiten Blick herausstellen, dass das Manöver des Bremers außergewöhnlich stark war.
Die (Vor)-entscheidung sollte indes an anderen Brettern fallen: Zunächst konnte sich Andre befreien und sogar eine Qualität gewinnen die Partie endete mit einem letztlich verdienten Remis. Den Vogel schoss Peter ab, der in hoffnungsloser Stellung Ditmas mit einem taktischen Konter überraschte. 1,5-0,5 für Hellern.
In der dritten Stunde zeichneten sich Siege an Brett 1 und 3 ab, während Stephan Niendieker am 2. Brett in eine kaum haltbare Position geriet. Tatsächlich kam es wie vermutet: Stefan Röhrich konnte unmittelbar vor dem drohenden Ausgleich seinen Gegner Jonnek mit einem Qualitätsopfer nebst Mattangriff zur Aufgabe zwingen, während Franz an Brett 7 in ein Remis einwilligen musste. Kurz danach stellte Stephan den Widerstand ein.
3-2 für Hellern, aber da sich an Brett 1 dank Jörgs sauberer Endspieltechnik das Ende der Partie abzeichnete und Hans-Jürgen Bade mit einem echten Endspielkracher für ein gewonnenes Bauernendspiel sorgte, kam am Ende doch keine Spannung mehr auf.
Fazit: Keine Pflichtaufgabe gegen das Schlusslicht, sondern ein verbissener Kampf auf Augenhöhe mit einem unerwartet souveränen Ausgang für ein Team, dass alle erforderlichen Qualitäten besitzt, um den Saisonausgang weiterhin offen zu halten.