Der Phönix aus der Asche: Hellern ist Vizemeister

Verdientes 5½ - 2½ gegen SK Verden

 

Gemessen an der vor der Saison ausgegebenen Zielvorgabe „Klassenerhalt“ kann man den rundum zufrieden stellenden Saisonabschluss unserer 1. Mannschaft durchaus als mittelgroße sportliche Überraschung einstufen: Vizemeister, Sieg gegen den Staffelmeister und Aufsteiger Bremen-Nord, überlegener Gewinn der Brettwertung am 1. Brett und ein leistungsbereites Team, dessen Spieler fast ausnahmslos die 50%-Marke erreichten oder überschritten, geben zunächst ein griffige Fazit ab. Und dies alles, obwohl die Mannschaft in den letzten Jahren einige Spitzenspieler abgeben musste und ein Top-Spieler so gut wie nie zum Einsatz kam.

 

In der Regel ist die Analyse dieser Momentaufnahme für die Öffentlichkeit weniger interessant, wohl auch deswegen, weil sportlicher Erfolg nur dann eine größere Relevanz erhält, wenn er sich über ein momentanes Highlight hinaus in einen Trend und weiterhin in Kontinuität und dauerhafte Qualität verwandeln lässt. Nur so viel: Euphorie und Teamgeist waren in dieser Saison beispielhaft und konnten auch von den Kiebitzen beobachtet werden, methodische Leistungssteigerung und professionelle Vorbereitung fand eher im Hintergrund statt und waren kaum weniger wichtig.

 

Trotzdem ist eine kritische Bemerkung fällig: die Landesliga präsentierte sich in dieser Saison nicht immer als homogene Spielklasse; zu groß waren die Ausfälle, die einige Mannschaft sehr häufig zwangen, ihre Reihen mit Reservisten aufzufüllen, die nicht immer den Anforderungen gewachsen waren. Auch wir hatten personelle Probleme, konnten die Lücken aber in der Regel mit hochwertigem Ersatz schließen.

 

Der letzte Wettkampfbericht beginnt mit einem dicken Lob: Obwohl die reisenden Verdener personell arg gebeutelt waren, warfen sie nicht die Flinte ins Korn und schafften es, in Hellern eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu präsentieren. Eine Absage kam nie in Frage und diese Einstellung entspricht den Anforderungen an die vierthöchste Spielklasse. Vorbildlich!

 

Fast drei Stunden kämpften die Gäste leidenschaftlich um ein gutes Resultat, eher die größere Routine im hinteren Brettbereich den Ausschlag gab: 3½ v. 4 legten den Grundstock für den späteren Erfolg.

Fangen wir also hinten an:


Rein – Ockenfels: Joachim (r.) konnte sich zwar nicht so recht über einen verpassten Figurengewinn amüsieren, gewann die Partie aber trotz verbissener Gegenwehr recht überzeugend.


Palmer – Ernst: kritisch beäugt von seinen Fans gelang es Franz (r.) diesmal nicht, den Widerstand seines hart fightenden Gegners zu brechen. Mit 61% ist Franz Ernst viertbester Spieler der Saison.


Böhme – Grunewald: Erster Saisonsieg für Andre (l.), der in allen Spielen dabei war und kämpferisch ein großes Vorbild war.


Turner – Bade: eine frühe Entwicklung der Dame muss nicht immer schlecht sein. Mit 3 (4) legte Hajo (r.) einen überzeugenden Schlussspurt hin.


Hart – Dr. Hävecker: eine komplizierte Lavierpartie ist nicht immer das richtige Futter für Kiebitze, aber beim Nahspielen gab es auf jeden Fall sehr gute Spielkultur zu bewundern. Beide Protagonisten teilten am Ende friedlich die Punkte, was „Locke“ (l.) auf 50% brachte.


Vetter – Röhrich: Welchen Turm soll ich nehmen? Das Wort Remis hat er aus seinem Wortschatz gestrichen: mit 5 Saisonsiegen konnte nur unser Spitzenspieler Jörg Stock konkurrieren und so wurde Stefan nach Jörg Stock und Peter Kovermann der drittbeste Scorer unseres Team, obwohl er diesmal gegen einen hartnäckig kämpfenden Gegner die Segel streichen musste.


NiendiekerStrüßmann: Trotz gesundheitlicher Probleme hielt unser zweites Brett durch und erzwang eine wichtige Punkteteilung. Stephan (l.) hat mit einer Saisonleistung von fast DWZ 2100 am 2. Brett Maßstäbe gesetzt, die nur schwer zu toppen sind.


Kaffee trinken und zuschauen: Jörg Stock erreichte mit einer Saisonleistung von über DWZ 2300 einen meisterlichen Score und ist unangefochten die Nr. 1 in der Landesliga. Das letzte Spiel gewann er kampflos.

Der SV Hellern freut sich auf die Saison 2008/09!



Dr. Ortwin Thal