Effizienz und Routine brachten den Erfolg! 

Trotz 6-2 gegen Emden büßt Hellern die Tabellenspitze ein

 
Kein Kiebitz weit und breit – aber Spannung pur im Spiellokal des SV Hellern



Ergebnisorientiert betrachtet sieht der Wettkampf gegen den Aufsteiger SK Emden irgendwie normal aus: der nominelle Favorit setzt sich durch, an den Brettern 5-8 werden 3½ P (4) geholt und nur eine Niederlage muss verbucht werden.

Tatsächlich war alles etwas spannender, obwohl die Gäste in Unterzahl angetreten waren und lange darüber rätselten, wo denn ihr Spitzenspieler geblieben war.

Spätestens nachdem Uwe Bonn mit einer Glanzpartie unser drittes Brett zerrupft hatte, war alles wieder offen, zumal sich nur an den Brettern 5 (Bartsch – Bade) und durchaus auch Brett 2 (Niendieker – Kerker) Vorteile abzeichneten und alle anderen Helleraner in heftige Kampfpartien verstrickt waren.

Unser Rookie Jan machte an Brett 6 recht schnell remis: es stand 1½ - 1½. Es blieb also spannend.

Eine Wende zum Positiven brachte dann Hajos Sieg an Brett 5. Hier hatte Steffen Bartsch zum Schrecken seiner Mitspieler einen vergifteten Bauern auf b7 gefressen, wonach nur noch Schwarz spielte. Im 22. Zug installierte Weiß mit Sa4-c5 einen Vorposten, der sich allerdings als Wackelkandidat entpuppte und lediglich der Belebung des matt wirkenden Lf6 diente.

(Bartsch – Bade, 22.Sa4-c5?)

Hier spielte Hajo lapidar 22…Tc8xc5! Und nach 23.dxc5 Txb2 war das Matt für den Anziehenden nicht mehr zu vermeiden. Ein tolles Finish nach starkem Sturmlauf.

Mit der 2½ - 1½ Führung spielte es sich leichter, obwohl es noch einmal dramatisch wurde. In einer theoretisch niveauvollen Partie stand Stephan am 2. Brett immer leicht besser und erlaubte sich nur eine Ungenauigkeit, die von dem Emdener Kerker nicht nur ungenutzt blieb – es kam noch schlimmer: Statt einen viel versprechenden Zug zu machen, stellte der Emdener die Partie ein! Es kam wie so oft im Schach: Weiß ließ den einfachen Gewinn sausen, was dazu führte (Schach ist halt grausam), dass nunmehr Kerker den „Sack zumachen“ konnte. Auch dies unterblieb und nach einigem Hin und Her endete die Partie folgerichtig mit einem Remis.

Das war wohl die allerletzte Chance für Emden, allerdings war an den noch offenen Brettern nur noch Hellern am Drücker und somit zeichnete sich ein Matchsieg langsam ab.


Peter Kovermann (l.) hatte sich noch vor der ersten Zeitkontrolle vom druckvollen Spiel seines Gegners Mühlbacher befreien können und konnte die Schlussphase mit einer Mehrfigur fortsetzen. Die Partie war rasch gewonnen.

4-2 und noch zwei gute Stellungen auf dem Brett: viel konnte nicht mehr schief gehen.

Die Schlusspunkte setzten Martin Hart (gegen Eilert Janssen) und Franz Ernst (gegen Elmar Bruns).


Unser Taktiker Franz (r.) hatte (wie auch anders) bereits nach wenigen Zügen einen Läufer auf f7 reingepfeffert, was die umstehenden Emdener und auch sein Gegner scheinbar ohne Gemütsbewegung registrierten. Doch statt eines Taktikfestivals endete alles in einem Turmendspiel, in dem Franz technisch perfekt seinen Mehrbauern zur Dame führte.

Unter Strich blieb ein verdienter 6-2-Erfolg gegen einen mit guter Moral kämpfenden Gegner. Die Tabellenführung haben wir trotzdem verloren, da Konkurrent Schinkel gegen eine Verdener Rumpftruppe (mit fünf Spieler angetreten, und dies in der vierthöchsten Spielklasse!) einen Kantersieg einfuhr und natürlich das Brettpunktverhältnis „etwas“ verbessern konnte. Da die gegenwärtig vorne platzierten Mannschaften noch nicht gegeneinander spielen mussten, ist die Tabelle nach drei Runden nur von relativem Wert. In der nächsten Runde müssen, wir in Lüneburg antreten, was durchaus zu einem aufschlussreichen Tabellenbild führen kann.

Dr. Ortwin Thal