Die Gäste aus Verden gehören zu den stärksten Teams in der Landesliga - wenn sie vollständig antreten!
Doch auch diesmal, wie schon beim letzten Auftritt am 20.4.2008, blieb der Verdener Top-Spieler Matthias Westphal zu Hause und spendierte den Gastgebern einen komfortablen 1-0-Vorsprung, den Hellern nach zwei Remisen von H.-J. Bade und Peter Kovermann routiniert verwalten konnte. Bereits vor der dritten Stunde zeichnete sich ab, dass der aggressiv fightende Stephan Niendieker und auch Reinhold Happe am sechsten Brett deutlich besser standen, während nur an Brett 3 und 7 einige Schwierigkeiten kompensiert werden mussten.

Schreckte auch vor Opfern nicht zurück: Stephan Niendieker gewann am 2. Brett.

Auf den Punkt wieder fit: Reinhold Happe (r.) hatte am Vorabend noch bis 22.30 Uhr in der Bezirksliga gefightet und ließ in seiner Lieblingsvariante nichts anbrennen.
Eine Vorentscheidung fiel, als Stefan Röhrich gegen den in arger Zeitnot befindlichen Torsten Vetter ausglich und bei schwebendem Remisangebot in Ruhe die Gewinne von Happe und Niendieker abwarten konnte, um dann den Matchsieg sicher zu stellen.

In der Vorsaison hatte es einen 5,5-2,5-Erfolg gegen Verden gegeben, der in dieser Höhe überwiegend der überragenden 3,5 Punkte-Perfomance an den Brettern 5-8 zu verdanken war diesmal schwächelte Hellern hinten etwas und musste sich trotz nomineller Überlegenheit mit 50% zufrieden geben, was allerdings in erster Linie auf den Geniestreich des Verdener Reservisten Rainer Land zurückzuführen war, der in seinem ersten Landesligaspiel ausgerechnet den erfahrenen Taktiker Franz Ernst mit dessen eigenen Mitteln schlug.

Franz Ernst (r.) stand lange auf Gewinn und wurde ausgekontert.
Franz hatte in rasender Zeitnot mit 38.Txc4 einen Bauern verspeist, während die Computer eher an g3-g4 denken, um das Feld h5 zu decken. Der Verdener spulte nun eine elegante Kombination ab. Derartiges hat Franz schon lange nicht mehr über sich ergehen lassen müssen:

38...Shxg3+!! 39.hxg3 Th5+ 40.Kg2 Da2+ 41.Kf3 Dxc4
42.g4 Th3+ 43.Kf4 [43.Kf4 g5+ 44.Kf5 Dd5#] 0-1
Hut ab, das war gekonnt und verdiente Respekt. Franz nahms mit Humor, überfährt er doch in der Regel seine Gegner mit ähnlichen Mitteln. Für die sympathischen Gäste ein Trostpflaster, das sie an diesem verregneten Sonntag gerne auf die stürmische Rückfahrt mitnahmen.
Der abendliche Blick ins Internet enthüllte dann so manche Überraschung, allerdings hatten die meisten Favoriten ihre Aufgaben gemeistert, so dass man schon jetzt auf die zweite Runde gespannt sein darf.

Dr. Ortwin Thal 6.10.2008