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Starke Gastgeber kämpften sich ins Match zurück
Waren es beim letzten Mal die Gäste aus Tostedt die im Helleraner Spiellokal stark fighteten, so mussten im Heimspiel gegen Stade diesmal die Spieler des bislang ungeschlagenen Tabellenführers vergleichbare Qualitäten entwickeln, um einen verloren geglaubten Wettkampf aus dem Feuer zu reißen. Dabei war der Auftakt nur mäßig spannend, da der Stader Spitzenspieler Lars Buck sehr zurückhaltend agierte und gegen Jörg Stock nichts anbrennen ließ. Das Remis wurde in großmeisterlicher Manier bereits kurz nach der Eröffnungsphase vereinbart.
Anschließend passierte bis zur hektischen Zeitnotphase nichts, dann aber viel. Zunächst schlugen Andre Böhmes Versuche, den Sizilianer seines Gegners zu killen, völlig fehl. Der Punkt ging verdient an den Stader Matthias Schröder. Nun wurde es zunehmend hektisch, denn gleich an mehreren Brettern schmolz die Zeit, ohne dass die erforderliche Anzahl der Züge in Sicht war. Der Stader Hilck verwaltete mit einer Minute Bedenkzeit eine hoffnungslose Verluststellung, profitierte aber davon, dass der bislang verlustpunktfreie Stefan Röhrich für einen durchdachten Mattangriff seine eigene Zeit aufbrauchte und selbst die Zeit überschritt. 2,5 -0,5 für die Gäste das war nicht geplant.
Zum Glück sorgte Caissa dafür, dass die nächste wüste Zeitnotpartie für Hellern verbucht werden konnte: Der frisch gebackener SVH-Vereinsblitzmeister Stephan Niendieker demonstrierte in ziemlich demolierter Stellung seine Zockerqualitäten gegen den am Ende fassungslosen Brümmel, der fast vier Stunden eine starke Partie hingelegt hatte und dem dann doch wenige Sekunden für die Zeitkontrolle fehlten. Nur noch 1,5-2,5, aber wo sollten nun die fehlenden Punkte herkommen? Für ein Remis sorgte zunächst Reinhold Happe gegen Dieter Nodorp, was trotz einiger Chancen unseres dritten Brettes alles andere als eine Enttäuschung war.
Für die Wende sorgte wieder einmal Franz Ernst, der sich offenbar daran gewöhnt, fast ausschließlich mit den schwarzen Steinen zu spielen. Franz realisierte die Vorgabe Initiative Kneten Gewinnen in vorbildlicher Manier und sorgte für das 3-3. Man durfte endlich durchatmen.
Nach der Zeitkontrolle stand es fest: Die starken Stader hatten das Match aus der Hand gegeben. Nun war sogar ein Sieg für den Gastgeber möglich. Und tatsächlich wurde es noch einmal spannend, allerdings nicht in der Partie Sacharow-Bade. Der bislang punktlose Stader zeigte seine Klasse und wehrte alle Gewinnversuche seines Gegners am 5. Brett ab und eroberte sogar einen Bauern, was den zuletzt im Stauffer Open stark auftrumpfenden Hajo Bade etwas frustrierte, aber nicht daran hinderte in bester Lehrbuchmanier das Turmendspiel zu remisieren: 3,5 3,5.
Nun ruhten alle Hoffnungen auf Peter Kovermann, der den ganzen Punkt einfahren sollte. Nominell überlegen und im Mehrbesitz einer Qualität sprach auch alles für unseren Mann am 8. Brett. Aber der junge Stader Michael Catrais entpuppte sich als positionell und taktisch außergewöhnlich starker Konterspieler, der nicht umsonst in der Landesliga mit einer aktuellen Turnierleistung von mehr als DWZ 2000 überzeugen konnte. Peter ließ sich einiges einfallen und sein Druck war immens, das Gegenspiel des Staders blieb aber immer gefährlich, sodass die Punkteteilung in Ordnung ging.
Unser Team ist nach dem 5. Spieltag immer noch geteilter Erster, muss nun aber ein beschwerliches Restprogramm bewältigen. Aber etwas steht bereits jetzt fest: Der Saisonverlauf übertrifft alle Erwartungen. Dr. Ortwin Thal |