Mit Glück und Können zum Erfolg
Erste gewinnt 4½ - 3½ bei der SG Niederelbe
Elf Stunden Schach inkl. Anreise und kein bisschen müde: So etwas ist nur möglich, wenn man gewinnt. Unserer Ersten gelang dieses Husarenstück dank vorzüglicher Mannschaftsdisziplin und einer riesigen Portion Kampfkraft. Und nun wird die Vizemeisterschaft in der Landesliga Nord immer greifbarer ein Titel, für den man sich zwar nichts kaufen kann, der aber eine Mannschaft auszeichnen könnte, die dank ihrer Teamfähigkeit nicht um den Klassenerhalt kämpfen muss, sondern sich ans andere Ende der Tabelle absetzte. Und dort spielt man natürlich am liebsten.
Niederelbe, vor der Saison als unbequemster Auswärtsgegner verortet, entpuppte sich trotz einiger Abgänge als spielstarke und konzentrierte Mannschaft, die dort dominant auftrat, wo wir ganz gerne selbst gepunktet hätten: an den hinteren Brettern. Dort verbuchte der Gastgeber trotz nomineller Unterlegenheit 2½ v. 4, was auch leistungsgerecht war. Kompensiert wurde dies von uns allerdings mit überzeugenden 3-1 P an den Brettern 1-4, an denen die SG Niederelbe immerhin zwei FIDE-Meister aufgeboten hatte.


Mit 6 P v. 8 ist Jörg Stock der Topscorer an Brett 1. In seiner Partie gegen FM Hertel (r.) demonstrierte er nach einem verfrühten Aufzug des gegnerischen f-Bauern nicht nur in der Vorwärtsbewegung meisterliche Spielstärke, sondern auch in der Defense. Hertels taktische Gegenschläge in Zeitnot hatten es in sich, aber Jörg verlor seine Kaltblütigkeit nicht und fuhr den vollen Punkt ein.

Kurzremis: Stephan Niendieker gegen FM Kottke (r.). Die Punkteteilung nach wenigen Zügen war mannschaftstaktisch wertvoll. Stefan spielt am 2. Brett eine starke Saison.

Das Drama: Stefan Röhrich musste lange mit den Folgen eines taktischen Kniffs seines Gegners Prof. Dr. Schoof (r.) leben, machte aus seinem Bauernverlust aber das Beste, da der verloren gegangene Wenzel nur wichtige Linien verstopft hatte. Es ist eben alles nur Ansichtssache. In der Schlussphase der Partie hatte Schoof nicht nur eine Gewinnstellung auf dem Brett, sondern auch einen satten Vorsprung von elf Minuten auf der Uhr, während Stefan acht Züge in 50 Sekunden aufs Brett werfen musste. Diese entbehrten nicht einer gewissen Nachhaltigkeit, so dass der scharf attackierte Gegner zwei Züge vor der Zeitkontrolle die Zeit überschritt. Stefan hat in dieser Saison noch kein einziges Mal Remis gespielt und sorgte mit dem Sieg für den entscheidenden 3½ - 2½ -Zwischenstand nach vier Stunden. Stark!

Martin Hart vs. Thomas Cuno (r.): Locke hatte es mit einem energisch angreifenden Gegner zu tun, konnte aber die weiße Initiative ausbremsen und am Ende sogar ein leicht vorteilhaftes Endspiel erreichen. Martins Punkteteilung und das fast gleichzeitig folgende Remis von Franz Ernst stellten den Gesamterfolg sicher.

Hans-Jürgen Bade hatte es mit dem reaktivierten Michael Albers (r.) zu tun, der zum zweiten Mal in der Landesliga zum Einsatz kam. In einem flotten Sizilianer benötigte Hajo alle Ressourcen seiner langjährigen Landesliga-Erfahrung, um den Cadenberger Nachwuchsspieler mit einem feinen Turmopfer nebst Dauerschach zu befrieden. Ein wichtiges Remis!

Dietmar Schade (r.) gelang die einzige Gewinnpartie für den Gastgeber. Trotz hartnäckiger Gegenwehr musste sich Andre Böhme nach vier Stunden geschlagen geben.

Dass Niederelbe an den letzten Brettern stark besetzt ist bewies Guido Griemsmann (l.), der nach Axel Buck und Peter Hertel der dritterfolgreichste Spieler des Teams ist: Franz Ernst bemühte sich in einem theoretischen Klassiker nach Kräften, konnte den Widerstand seines zähen und sehr pragmatisch spielenden Gegners nicht überwinden. Das Remis war allerdings goldwert, sicherte es doch den Mannschaftssieg.

Noch eine harte Nuss gabs am achten Brett zu knacken: Peter Kovermann spielte gegen Mr. 80%. Tatsächlich sitzt der erfolgreichste Niederelber am 8. Brett (80%) und Axel Buck zementierte gegen den nominell stärkeren Helleraner seine Stellung so unwiderstehlich, dass die Partie recht schnell mit einer Punkteteilung beendet wurden.
In 14 Tagen steht der letzte Wettkampf der Saison auf dem Programm: zu Gast in Hellern ist der SK Verden.
Dr. Ortwin Thal, 7. April 2008.