Auf den ersten Blick recht enttäuschend verlief unser Gastspiel bei der SC Metall-Reserve, denn das 4-4 hilft so recht keiner Mannschaft weiter. Auch wenn wir uns viel vorgenommen hatten: der Gastgeber hatte an den ersten vier Brettern eine exzellente Besetzung zu bieten, was sich recht früh in einigen guten Stellungen ausdrückte. An sich wären die dort von den Metallern erzielten 2½ P sogar schmeichelhaft für uns gewesen (Andre stand gegen Dirk Weißkopf nach einem inkorrekten Figurenopfer auf Verlust und konnte sich später nur mit einem Trick ins Remis retten), aber angesichts der Tatsache, dass Stefan gegen Udo Chemnitz ein forciertes Matt übersah, geht die Ausbeute an den Brettern 1-4 insgesamt in Ordnung.

 
Metall machte mächtig Druck: Klaus Peter Wilm (hinten links) gegen Franz Ernst und Dirk Weißkopf (vorne links) gegen Andre Böhme

 

An den Bretter 5-8 konnten wir nicht zufrieden sein, obwohl wir dort sogar riesiges Glück hatten, da Klaus-Gerrit Jasper eine tadelsfrei geführte Partie mit einem Aussetzer im Bauernendspiel unverdient in den Sand setzte und Hartmut Weist nach theoretisch nicht ganz astreiner Eröffnung alle Hände voll zu tun hatte, um als Anziehender die „Französische Verteidigung“ von Thomas Schirmer wenigstens in den Remishafen zu überführen. Programmgemäß war dagegen der Sieg des frisch gebackenen B-Jugend-Bezirksmeisters gegen Hermann Brosig, der anfangs stark spielte und sogar die Chance auf einen heftigen Angriff ausließ, dann aber taktisch den scharfen Drohungen seines Gegners nicht gewachsen war und früh kapitulieren musste.


Starke Performance des Jugendmeisters: Jan Wöllermann präsentierte sich gegen Hermann Brosig taktisch stark. 

Nicht programmgemäß war die Niederlage unseres Neuzugangs Reinhard, der am 8. Brett eine Eröffnungs-Spezialität von Lars Suhre serviert bekam: die van-Geet-Eröffnung. Als Reinhard seinen Damenläufer von der Bewachung des Feldes f5 abzog, inszenierte der Metaller einen lehrbuchreifen Standardangriff auf die schwarze Rochade, der sogar mit einigen reizenden Opfern garniert wurde. Das war stark und verdient Respekt.

Trotzdem: angesichts der deutlichen nominellen Überlegenheit an den letzten Brettern müsste man trotz der 2½ P (4) von einem Fehlschlag reden - wenn man unterschlägt, dass Metall 2 dort eigentlich sogar den Matchgewinn vergab! Und das gibt der „zweite Blick“ her: Nach genauem Studium der Partien muss man insgesamt zufrieden sein, denn es hätte schlimmer kommen können.

 

Dr. Ortwin Thal